FDP sagt nein zur Vorlage für neues Hallenbad

FDP lehnt die Vorlage zum Bau eines neuen Hallenbades in Bietigheim-Bissingen mit acht 25-Meterbahnen ab.

"Die Vorlage unterschlägt wichtige Fragen und die Zahlen wechseln, wie es der Verwaltung in den politischen Kram passt", so Elmar Schwager, Vorsitzender des Ortsverbanes der Freien Demokraten in Bietigheim-Bissingen. "So lange auf diese Weise keine vernünftige Entscheidungsgrundlage vorliegt, werden wir die Vorlage ablehnen", so Schwager weiter.



Rede zum Neubau eines Hallenbads in Bietigheim-Bissingen

Pünktlich zur Aussprache über den Neubau eines Hallenbads erscheint ein Auszug eines offenen Briefs, in der politischen Auseinandersetzung ein Instrument der Kampfansage. Das befeuert natürlich die Debatte und stellt zugleich die Frage nach Ursache und Wirkung. Steckt der Karren jetzt im Morast, weil ihn der offene Brief hineinbefördert hat oder gibt es den offenen Brief , weil der Karren, und das schon eine Weile, feststeckt?

Geredet wird darüber schon geraume Zeit. Dass das Bissinger Hallenbad überhaupt noch betrieben werden kann, grenzt an ein Wunder. Eine aufwändige Sanierung  ist nicht zu vertreten.  Es an Ort und Stelle  neu zu errichten würde bedeuten, dass während der gesamten Bauzeit lediglich das Bad am Viadukt zur Verfügung stünde. So fand die Idee Zuspruch, mit dem Bau eines neuen Hallenbads nahe dem Freibad zu beginnen solange das Bissinger Bad auf gut Schwäbisch no hebt. Kühne Geister dachten schon weiter, auch wenn es der Oberbürgermeister und Herr Kurz heute bestreiten: Irgendwann würde ja auch das Bad am Viadukt in die Jahre kommen und da läge es nahe, das neue Hallenbad so zu planen, dass daraus eine einheitliche Bäderlandschaft, sprich Freibad und Hallenbad, entstehen könnte.


Bislang verfügen wir über 5  25-Meterbahnen in Bissingen und 6 im Bad am Viadukt, macht zusammen 11. Die  Vorlage der Verwaltung  weist 8  25 –Meterbahnen im neuen Hallenbad aus. Das würde eine komfortable Anzahl von 14 Bahnen ergeben, solange das Bad am Viadukt genutzt wird. Würde es aufgegeben, dann müsste der Anbau so geplant werden, dass er nicht nur die profitablen Sparten wie Sauna etc. aufnähme, sondern auch das nunmehr fehlende  25 -Meterbecken ersetzen würde.

Und genau davon hören wir in letzter Zeit nichts mehr. Wer wisse denn, so wird uns entgegengehalten, was in 10 Jahren los sei? Ob es uns da nicht ähnlich erginge wie all jenen Kommunen, die reihenweise ihre Hallenbäder schließen? Ob wir da nicht froh wären, noch über ein Bad mit 8  25 -Meterbahnen zu verfügen?

Gewiss, es stimmt, dass sich manche Kommunen, um sich aus finanziellen Nöten zu retten, von ihren Hallenbädern trennen mussten. Anderswo beschritt man aber den umgekehrten Weg: So weckte das Hallenbad der Stadt Ingolstadt allgemeines Interesse. Dort gibt es ein 50- Meterbecken mit 8 Bahnen, abteilbar, so dass  für  Schul-und Vereinssport praktisch 2 getrennte Becken zur Verfügung stehen. Darüber, dass so etwas nicht billig zu haben ist, bestand Einigkeit. Ich habe das Thema in meiner Haushaltsrede angesprochen. Nicht alle Bäume, so meine Rede, würden in den Himmel wachsen. Von Kampfzahlen würden wir uns andererseits nicht beeindrucken lassen. Die ließen nicht lange auf sich warten.

Erste pauschale Hochrechnung: Mit 50 Meter würde alles doppelt so teuer. Das liest man heute ein wenig anders. Die Investitionskosten für die kleine Lösung werden auf 16 Millionen € beziffert, für die große auf 23,5 Millionen. Dafür droht jetzt   das Unwetter in Gestalt der Folgekosten. Sie addieren sich laut Vorlage auf einen Mehrbetrag von 500000 € pro Jahr im Vergleich zur kleinen Lösung, eine Zahl, die alternativlos erscheinen müsste, hielte man die Überlegungen beim derzeitigen Stand der Dinge an. Und genau diesen Eindruck erweckt die Lektüre der Vorlage. Keine Rede mehr von der zukünftigen Badelandschaft, keine vertiefende Bedarfsanalyse für die vielfältige Nutzung durch Schulen, Vereine und Publikum. Herr Stöckle hat davon Bauchschmerzen bekommen.

Es liegt uns fern, Zahlen zu ignorieren aber wir möchten sie in einen verlässlichen Kontext gestellt sehen. Gestern so, heute anders, Bietigheimer Planspiele im Zeichen des Chamäleons. Das kann seine Farbe ganz schnell wechseln. Die Vorlage erscheint in abschreckendem Rot. Wir geben uns damit nicht zufrieden  und lehnen sie ab.

Dr. Georg Mehrle
Sprecher der Fraktion der Freien Demokraten im Gemeinderat Bietigheim-Bissingen

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